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Hat das NSU-Terrortrio 1996 am Bahnhof Erfurt geschossen?
UPDATE: Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Erfurt die Ermittlungen gegen Beate Zschäpe in dem Fall eingestellt. Die Zeugenaussagen hätten keinen begründeten Verdacht gegen Zschäpe gerechtfertigt, berichtete der MDR. Und Spuren seien nach so langer Zeit nicht gefunden worden.

  
Jetzt kommt ein Vorfall vom Silvesterabend 1996 ans Licht. Möglicherweise hat das NSU-Terror-Trio damals am Bahnhof Erfurt Reisende bedroht und sogar beschossen. Deshalb ermittelt nach Informationen von MDR THÜRINGEN mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft Erfurt gegen Beate Zschäpe.

Gegen die 38-Jährige bestehe der Anfangsverdachts des "versuchten mittäterschaftlichen Mordes oder Totschlags". An dem besagten Silvesterabend gerieten in der Mitropa-Gaststätte zwei Männer aus Hamburg mit zwei Männern und einer Frau in Streit.
Als die beiden Hamburger Brüder zu ihrem Anschluss-Zug nach Ilmenau flüchteten, wurden sie von dem Trio verfolgt. Auf dem Bahnsteig sollen Schüsse auf sie abgegeben worden sein. Die Staatsanwaltschaft Erfurt geht nun dem Verdacht nach, dass es sich bei den drei Tätern um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt handelte.

Der Fall ist erst seit Sommer 2012 aktenkundig. Zu diesem Zeitpunkt meldeten sich einer der beiden damals Betroffenen, der Filmemacher Dominik Reding, als Zeuge beim Bundeskriminalamt, BKA.
Der heute in Berlin lebende Filmemacher ist sich "zu 100 Prozent" sicher, dass er und sein Bruder es bei dem Streit vor 16 Jahren mit Beate Zschäpe zu tun hatten und sie mit großer Wahrscheinlichkeit von Mundlos verbal bedroht und "vermutlich" von Böhnhardt beschossen wurden. "Wir hatten an dem Abend Angst um unser Leben", sagte Dominik Reding. Weil sie Angst vor Repressionen durch die rechtsextreme Szene hatten, verzichteten sie damals auf eine Anzeige.

Vom BKA wurden Reding und sein Bruder mehrere Stunden gehört. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat das Verfahren an Erfurt abgegeben. Als Grund wurde fehlende Zuständigkeit genannt. In einem MDR THÜRINGEN vorliegenden Papier heißt es dazu, 1996 habe es noch keine tatsächlichen Anhaltspunkte einer kriminellen oder terroristischen Vereinigung von Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe gegeben.
Außerdem sei offen, inwieweit der Vorfall die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland beeinträchtigen konnte. Für den Fall aber, dass die Ermittlungen in Erfurt zu anderen Ergebnissen kommen, will der GBA das Verfahren wieder aufgreifen.

Nach Angaben der Erfurter Oberstaatsanwältin Annette Schmitt-ter Hell sind die Thüringer Emittler aktuell dabei, den Silvesterabend 1996 am Erfurter Bahnhof zu rekonstruieren. Unterstützt wird sie dabei von der neuen Ermittlungsgruppe BAO ZESAR beim Thüringer Landeskriminalamt, die politische Straftaten aufklären soll. Ob sich nach über 16 Jahren der Anfangsverdacht bestätigen und überhaupt noch ein Tatnachweis führen lässt, ist offen.

Dominik Reding hofft, dass der Fall geklärt werden kann und vertraut dabei auf die Arbeit von Staatsanwaltschaft und Kriminalisten. Wenn sich bestätigen würde, dass es sich bei den Tätern um das Trio aus Jena handelte, dann wäre es für Reding ein weiteres Puzzleteil zur Vorgeschichte von Zschäpe, Böhnhard, Mundlos und ihrer Gewaltbereitschaft, der sich damals niemand entgegenstellte.
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